Kevin Dierner

Migräne

Migräne – Eine Volkskrankheit

Die Migräne ist in Deutschland ein weit verbreitetes Krankheitsbild. Man schätzt, daß rund 10 % der Bevölkerung darunter leiden. Frauen sind dabei ungefähr dreimal häufiger betroffen als Männer. Die direkten Kosten von Patienten und Krankenkassen werden auf 500 Millionen Euro pro Jahr geschätzt. Da durch medizinische Maßnahmen derzeit keine Heilung möglich ist, kommt der Migräne immer höhere Bedeutung zu.

Ein Anfall mit massiven Auswirkungen

Typischerweise beginnt die Migräne mit Sehstörungen, man nennt sie die Migräneaura. Ca 30 % der Betroffenen zeigen dieses Symptom, das dem Anfall vorausgeht. Anschließend beginnt die Kopfschmerzphase. Sie ist gekennzeichnet durch meist halbseitigen und pulsierenden massiven Kopfschmerz, v.a. an Stirn, Schläfe und Augen. Ruhe und Dunkelheit lindern, körperliche Aktivität verschlechtert den Zustand. Zusätzliche Symptome können Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen, Licht-, Geräusch-und Geruchsempfindlichkeit sein. Dieser Zustand kann zwischen einer Stunde und drei Tagen andauern. Nicht selten fühlen sich die Betroffenen in dieser Zeit stark beeinträchtigt und sind kaum belastbar.

Die Ursache kann in der Lebensweise liegen

Noch rätselt man über die eigentliche Entstehung der Migräne. Statistiken zeigen, daß die Anzahl der Betroffenen in Europa und Nordamerika höher ist als in anderen Teilen der Welt. Außerdem stieg die Zahl in den letzten 40 Jahren um das zwei- bis dreifache. Es liegt also auf der Hand, bei der Entstehung an unseren Lebensstil und die Umweltfaktoren zu denken, denen wir ausgesetzt sind. Als typische Auslöser gelten

  • Lebensmittel (v.a. Alkohol),
  • hormonelle Störungen oder Veränderungen,
  • Schlaf (Schlafmangel oder auch zu viel Schlaf) und
  • Streß.

Systematische Therapie auf verschiedenen Ebenen

Für mich steht am Beginn der Migräne-Therapie die Suche nach dem Auslöser. Um ihm auf die Spur zu kommen, empfiehlt es sich für den Patienten, ein Schmerztagebuch zu führen. Anschließend erarbeiten wir gemeinsam ein funktionierendes Konzept, wie dieser Schlüsselreiz vermieden werden kann. Wie kann aktiv Stress reduziert oder von vornherein vermieden werden? Wie kann der Mensch einen ausgeglichenen Biorhythmus erzeugen? Wie können unverträgliche Lebensmittel oder Umweltfaktoren gemieden werden? Bei diesen Punkten gibt es sehr viele Möglichkeiten zur Veränderung, viele Stellschrauben an denen man drehen kann. Die Zusammenarbeit mit den behandelnden Ärzten ist hierbei selbstverständlich, wenn dies vom Patienten gewünscht wird.

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