Kevin Dierner

Epicondylitis

Viele Namen für die gleiche Erkrankung

Umgangssprachlich hat sich die Bezeichnung „Tennisellenbogen“ eingebürgert. Der medizinische Fachterminus lautet Epicondylitis lateralis humeri. Angemessener wäre heute eigentlich „Mausellenbogen“ oder „Haushaltellenbogen„. Der sogenannte „Golferellenbogen„(Epicondylitis radialis humeri) unterscheidet sich davon nur durch die betroffenen Strukturen, das Erscheinungsbild ist ansonsten das Gleiche. Typisch ist der stechende, akute Schmerz an der Außenseite (Tennisellenbogen) oder der Innenseite (Golferellenbogen) des Ellenbogens. Der Schmerz kann durch eine Bewegung oder durch Druck ausgelöst werden.

Überlastung durch monotone Bewegungen

Ursache ist meist eine Überbelastung der Sehnen im Unterarm. Speziell die Ansätze der Sehnen am knöchernen Ellenbogengelenk sind dafür empfindlich. Gehäuft beobachtet wurde das zuerst bei Tennis- oder Golfspielern. Heute stehen allerdings andere Tätigkeiten im Fokus, vor allem die Arbeit mit der Computermaus. Die immer gleiche Hand- und Armhaltung am Schreibtisch täglich über Stunden dürfte heute die Hauptursache für die Entstehung eines Tennisarms sein. Weiterhin häufig betroffen sind im Haushalt tätige Personen, typische Auslöser sind hier Putzen (vor allem Fenster), Bügeln oder auch Gartenarbeit. Eine Epicondylitis kann sowohl schleichend über einen langen Zeitraum entstehen (Computermaus) als auch durch kurzfristige massive Überlastung (Haushalt, Garten).

Kombination verschiedener Verfahren

In der Behandlung des Tennisarms hat sich die Kombination verschiedener Methoden bewährt. Hierfür kann die Kooperation mit dem behandelnden Arzt sehr sinnvoll sein. Die ärztliche Therapie könnte zum Beispiel aus Injektionen oder Stoßwellentherapie bestehen. Mein Therapieansatz beinhaltet verschiedene Techniken zur Lösung und Lockerung des Fasziengewebes im Arm, aber auch im Schulter-, Brust- und Nackenbereich. Natürlich analysiere ich auch zusammen mit dem Patienten den Auslöser und erarbeite dabei Lösungsmöglichkeiten, z.B. wie der Arbeitsplatz oder die Arbeitsweise anders gestaltet werden kann.

Viele Erkrankungen verlangen von uns Umstellungen oder Anpassungen in unserem Leben, die Epicondylitis gehört dazu. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, daß wir uns diese Veränderungen oft schwerer vorstellen, als sie es dann tatsächlich sind. Sicher ist aber, wenn wir es nicht probiert haben, werden wir es nie wissen!

 

Scroll to Top